Geschichtliches Forum
Veranstaltungsort:
Stadtbücherei Lüdenscheid
Graf-Engelbert-Platz 6
(Auf Ausnahmen wird bei den betroffenen Veranstaltungen hingewiesen)
Der Geschichts- und Heimatverein e. V. setzt seine Vortragsreihe zu Themen der Geschichte und Zeitgeschichte fort. Die Vorträge haben eine Dauer von bis zu einer Stunde; für das anschließende Gespräch ist etwa eine halbe Stunde vorgesehen. Der Eintritt ist frei. Der Einlass ist um 17 Uhr.
Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins: Dr. Arnhild Scholten
Leiter des Geschichtlichen Forums: Dr. Dietmar Simon
22. Januar (Donnerstag), 17.30 Uhr, Stadtbücherei Lüdenscheid:
„Medizin in Lüdenscheid am Ende des 19. Jahrhunderts“
Referent: Prof. Dr. Rolf Larisch, Lüdenscheid
– Anschließend Neujahrsempfang des Geschichts- und Heimatvereins Lüdenscheid e.V. –
Die Entdeckung zweier handgeschriebener Bücher aus der Zeit um 1900 in der Baugrube des früheren Lüdenscheider Krankenhauses an der Philippstraße wird zum Ausgangspunkt einer spannenden Betrachtung über die medizinische Versorgung der Menschen in dieser Stadt vor weit über hundert Jahren. In den Mittelpunkt gerät dabei Dr. Wilhelm Boecker, der von 1876 bis 1933 als Arzt in Lüdenscheid praktizierte, Chefarzt des Krankenhauses war und in vielerlei Hinsicht eine schillernde Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Seine Biographie verfolgt der Vortrag. So schlägt Prof. Dr. Rolf Larisch, der selber als Nuklearmediziner am Klinikum Lüdenscheid tätig ist, nicht nur ein neues Kapitel der lokalen Medizingeschichte auf, sondern erzählt einen Beitrag zur gesamten Gesellschaftsgeschichte der Stadt.
Einen Bericht der Lüdenscheider Nachrichten über die Veranstaltung finden Sie hier.
26. Februar (Donnerstag), 17.30 Uhr, Schützenhalle Lüdenscheid:
„Die Lüdenscheider Schützenhalle als besonderer Ort der Stadtgeschichte“
Referenten: Martin Kornau / Andrea Schumacher / Rüdiger Rohmann / Benedikt Müller / Dr. Dietmar Simon
Diese Veranstaltung findet in der Historischen Schützenhalle Lüdenscheid statt.
Diese Veranstaltung des „Geschichtlichen Forums“ betritt neue Pfade, indem sie einen alten, traditionsbewussten Ort aufsucht. Die Historische Schützenhalle wird im 125. Jahr ihres Bestehens zum Ziel einer kleinen Entdeckungsreise. Nachdem Martin Kornau und Andrea Schumacher im großen Saal der Halle über deren Sanierung und die Rolle der Bergstadt-Stiftung Lüdenscheider Schützenhalle gesprochen haben, verteilen sich die Besucherinnen und Besucher auf drei Räume des angrenzenden Lokals „Castello“. Dort sprechen Rüdiger Rohmann über Fragen des Denkmalschutzes und Dr. Dietmar Simon über den Veranstaltungsort der Jugendkultur in den 1960er und 1970er Jahren. Benedikt Müller übernimmt es dann, eine Gesprächsrunde über die Schützenhalle als Erlebnisort für die eigene Lebensgeschichte zu moderieren.
18. März (Mittwoch), 18.00 Uhr, Kulturhaus Lüdenscheid:
„Die Toten von Meschede. Rekonstruktion, Strafverfolgung und Erinnerungskultur eines Kriegsverbrechens“
Referenten: Dr. Marcus Weidner / Dr. Manfred Zeiler, Münster
– Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität Hagen im Kulturhaus der Stadt Lüdenscheid –
Zwischen dem 21. und 23. März 1945 – kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs – verübten Angehörige der “Division zur Vergeltung” zwischen Warstein und Meschede im Sauerland eines der größten Kriegsendphaseverbrechen in Deutschland außerhalb von Konzentrationslagern und Gefängnissen. Hans Kammler, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS, ließ an drei Stellen im Arnsberger Wald 208 polnische und russische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ermorden. Obwohl das Verbrechen seit 1945 bekannt war, beschäftigt sich die historische Forschung erst seit wenigen Jahren eingehend mit dem Massaker. Der Historiker Marcus Weidner hat die Hintergründe und das Ereignis sowie die justizielle Aufarbeitung und das Gedenken an diesen Massenmord erforscht. Archäologe Manuel Zeiler hat die drei Erschießungsorte samt Friedhöfen archäologisch untersucht. Dabei wurden zahlreiche Funde – Täterwerkzeuge ebenso wie Habseligkeiten der Opfer – geborgen, die die letzten Stunden im Leben der Ermordeten bezeugen und Aufschlüsse über den Ablauf der grausamen Taten geben.
16. April (Donnerstag), 17.30 Uhr, Stadtbücherei Lüdenscheid:
„Carl Berg, das Aluminium-Luftschiff und Graf Zeppelin“
Referent: Dr. Eckhard Trox, Lüdenscheid
Das weltberühmt gewordene erste Luftschiff von Ferdinand Graf von Zeppelin wurde 1895 patentiert, das am 2. Juli 1900 seine erste Fahrt über den Bodensee antrat. Die Entwicklung der ersten Zeppeline – bis heute ein Markenzeichen von Ingenieurskunst – steht in enger Verbindung zur Region des märkischen Sauerlandes. Der Lüdenscheider Unternehmer Carl Berg (1851–1906) trug mit seinen Innovationen in der Aluminiumindustrie entscheidend zum Aufbruch in ein neues Zeitalter bei, dessen Bestandteil auch die ersten Luftschiffe von David Schwarz und Graf Zeppelin waren. Dr. Eckhard Trox, Leiter des Geschichtsmuseums der Stadt Lüdenscheid, informiert über die Biographie dieses wichtigen Unternehmers und beleuchtet sein Verhältnis zu den Pionieren der neuen Verkehrsmittel in den Lüften.
