1. Halbjahr 2026

Geschicht­li­ches Forum

Ver­an­stal­tungs­ort:
Stadt­bü­che­rei Lüdenscheid
Graf-Engel­bert-Platz 6
(Auf Aus­nah­men wird bei den betrof­fe­nen Ver­an­stal­tun­gen hingewiesen)

Der Geschichts- und Hei­mat­ver­ein e. V. setzt sei­ne Vor­trags­rei­he zu The­men der Geschich­te und Zeit­ge­schich­te fort. Die Vor­trä­ge haben eine Dau­er von bis zu einer Stun­de; für das anschlie­ßen­de Gespräch ist etwa eine hal­be Stun­de vor­ge­se­hen. Der Ein­tritt ist frei. Der Ein­lass ist um  17 Uhr.

Vor­sit­zen­de des Geschichts- und Hei­mat­ver­eins: Dr. Arn­hild Scholten
Lei­ter des Geschicht­li­chen Forums: Dr. Diet­mar Simon

 

22. Janu­ar (Don­ners­tag), 17.30 Uhr, Stadt­bü­che­rei Lüdenscheid:

 „Medi­zin in Lüden­scheid am Ende des 19. Jahrhunderts“

Refe­rent: Prof. Dr. Rolf Larisch, Lüdenscheid

– Anschlie­ßend Neu­jahrs­emp­fang des Geschichts- und Hei­mat­ver­eins Lüden­scheid e.V. –

Die Ent­de­ckung zwei­er hand­ge­schrie­be­ner Bücher aus der Zeit um 1900 in der Bau­gru­be des frü­he­ren Lüden­schei­der Kran­ken­hau­ses an der Phil­ipp­stra­ße wird zum Aus­gangs­punkt einer span­nen­den Betrach­tung über die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung der Men­schen in die­ser Stadt vor weit über hun­dert Jah­ren. In den Mit­tel­punkt gerät dabei Dr. Wil­helm Boe­cker, der von 1876 bis 1933 als Arzt in Lüden­scheid prak­ti­zier­te, Chef­arzt des Kran­ken­hau­ses war und in vie­ler­lei Hin­sicht eine schil­lern­de Per­sön­lich­keit des öffent­li­chen Lebens. Sei­ne Bio­gra­phie ver­folgt der Vor­trag. So schlägt Prof. Dr. Rolf Larisch, der sel­ber als Nukle­ar­me­di­zi­ner am Kli­ni­kum Lüden­scheid tätig ist, nicht nur ein neu­es Kapi­tel der loka­len Medi­zin­ge­schich­te auf, son­dern erzählt einen Bei­trag zur gesam­ten Gesell­schafts­ge­schich­te der Stadt.

Einen Bericht der Lüden­schei­der Nach­rich­ten über die Ver­an­stal­tung fin­den Sie hier.

 

26. Febru­ar (Don­ners­tag), 17.30 Uhr, Schüt­zen­hal­le Lüdenscheid:

Die Lüden­schei­der Schüt­zen­hal­le als beson­de­rer Ort der Stadtgeschichte“

Refe­ren­ten: Mar­tin Korn­au / Andrea Schu­ma­cher / Rüdi­ger Roh­mann / Bene­dikt Mül­ler / Dr. Diet­mar Simon

Die­se Ver­an­stal­tung fin­det in der His­to­ri­schen Schüt­zen­hal­le Lüden­scheid statt.

Die­se Ver­an­stal­tung des „Geschicht­li­chen Forums“ betritt neue Pfa­de, indem sie einen alten, tra­di­ti­ons­be­wuss­ten Ort auf­sucht. Die His­to­ri­sche Schüt­zen­hal­le wird im 125. Jahr ihres Bestehens zum Ziel einer klei­nen Ent­de­ckungs­rei­se. Nach­dem Mar­tin Korn­au und Andrea Schu­ma­cher im gro­ßen Saal der Hal­le über deren Sanie­rung und die Rol­le der Berg­stadt-Stif­tung Lüden­schei­der Schüt­zen­hal­le gespro­chen haben, ver­tei­len sich die Besu­che­rin­nen und Besu­cher auf drei Räu­me des angren­zen­den Lokals „Cas­tel­lo“. Dort spre­chen Rüdi­ger Roh­mann über Fra­gen des Denk­mal­schut­zes und Dr. Diet­mar Simon über den Ver­an­stal­tungs­ort der Jugend­kul­tur in den 1960er und 1970er Jah­ren. Bene­dikt Mül­ler über­nimmt es dann, eine Gesprächs­run­de über die Schüt­zen­hal­le als Erleb­nis­ort für die eige­ne Lebens­ge­schich­te zu moderieren.

 

18. März (Mitt­woch), 18.00 Uhr, Kul­tur­haus Lüdenscheid:

Die Toten von Mesche­de. Rekon­struk­ti­on, Straf­ver­fol­gung und Erin­ne­rungs­kul­tur eines Kriegsverbrechens“

Refe­ren­ten: Dr. Mar­cus Weid­ner / Dr. Man­fred Zei­ler, Münster

– Ver­an­stal­tung in Koope­ra­ti­on mit dem Insti­tut für Geschich­te und Bio­gra­phie der Fern­Uni­ver­si­tät Hagen im Kul­tur­haus der Stadt Lüdenscheid –

Zwi­schen dem 21. und 23. März 1945 – kurz vor dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs – ver­üb­ten Ange­hö­ri­ge der “Divi­si­on zur Ver­gel­tung” zwi­schen War­stein und Mesche­de im Sau­er­land eines der größ­ten Kriegs­end­pha­se­ver­bre­chen in Deutsch­land außer­halb von Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern und Gefäng­nis­sen. Hans Kamm­ler, SS-Ober­grup­pen­füh­rer und Gene­ral der Waf­fen-SS, ließ an drei Stel­len im Arns­ber­ger Wald 208 pol­ni­sche und rus­si­sche Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangs­ar­bei­ter ermor­den. Obwohl das Ver­bre­chen seit 1945 bekannt war, beschäf­tigt sich die his­to­ri­sche For­schung erst seit weni­gen Jah­ren ein­ge­hend mit dem Mas­sa­ker. Der His­to­ri­ker Mar­cus Weid­ner hat die Hin­ter­grün­de und das Ereig­nis sowie die jus­ti­zi­el­le Auf­ar­bei­tung und das Geden­ken an die­sen Mas­sen­mord erforscht. Archäo­lo­ge Manu­el Zei­ler hat die drei Erschie­ßungs­or­te samt Fried­hö­fen archäo­lo­gisch unter­sucht. Dabei wur­den zahl­rei­che Fun­de – Täter­werk­zeu­ge eben­so wie Hab­se­lig­kei­ten der Opfer – gebor­gen, die die letz­ten Stun­den im Leben der Ermor­de­ten bezeu­gen und Auf­schlüs­se über den Ablauf der grau­sa­men Taten geben.

 

16. April (Don­ners­tag), 17.30 Uhr, Stadt­bü­che­rei Lüdenscheid:

Carl Berg, das Alu­mi­ni­um-Luft­schiff und Graf Zeppelin“

Refe­rent: Dr. Eck­hard Trox, Lüdenscheid

Das welt­be­rühmt gewor­de­ne ers­te Luft­schiff von Fer­di­nand Graf von Zep­pe­lin wur­de 1895 paten­tiert, das am 2. Juli 1900 sei­ne ers­te Fahrt über den Boden­see antrat. Die Ent­wick­lung der ers­ten Zep­pe­li­ne – bis heu­te ein Mar­ken­zei­chen von Inge­nieurs­kunst – steht in enger Ver­bin­dung zur Regi­on des mär­ki­schen Sau­er­lan­des. Der Lüden­schei­der Unter­neh­mer Carl Berg (1851–1906) trug mit sei­nen Inno­va­tio­nen in der Alu­mi­ni­um­in­dus­trie ent­schei­dend zum Auf­bruch in ein neu­es Zeit­al­ter bei, des­sen Bestand­teil auch die ers­ten Luft­schif­fe von David Schwarz und Graf Zep­pe­lin waren. Dr. Eck­hard Trox, Lei­ter des Geschichts­mu­se­ums der Stadt Lüden­scheid, infor­miert über die Bio­gra­phie die­ses wich­ti­gen Unter­neh­mers und beleuch­tet sein Ver­hält­nis zu den Pio­nie­ren der neu­en Ver­kehrs­mit­tel in den Lüften.

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